Das neue Etribes

COO Stefan Luther im Gespräch

Netshops hat als Agentur schon einige Meilensteine passiert. Gestartet 2011 als E-Commerce Unit in der Agentur NetImpact unter Tarek Müller, Torben Diekmann und Erik Preusker, fand 2012 aufgrund von einer großen Kundenanfrage die Ausgründung als eigenständige E-Commerce Agentur Netshops Commerce GmbH statt. Vom Anspruch der Full-Service-Agentur mit Konzeption, Gestaltung, Programmierung, Marketing und mehr bis hin zum Hosting, schärfte sich später das Portfolio hin zum Aufbau von Markenshops und deren UX & UI. Bekannte Cases wie  ZEIT Shop, Melitta und Gerry Weber repräsentieren das Portfolio der Agentur. Im Sommer 2018 folgte nun der nächste Meilenstein, die Fusion mit der Digital Beratung Etribes. Warum Netshops diesen Schritt gegangen ist, wie sich Etribes zukünftig aufstellen will und was sich die Partner davon versprechen hat uns Stefan Luther, COO der Etribes Connect GmbH erläutert.

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Stefan Luther - COO Etribes 

 

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Interview

 

Spryker: Herzlich Willkommen Stefan Luther. Du bist Geschäftsführer der Digital Agentur Netshops, die am 01. Juli mit dem digitalen Beratungsunternehmen Etribes fusioniert ist. 

Stefan Luther: Hallo, vielen Dank, dass ich hier sein darf. Genau, ich bin Stefan Luther und Geschäftsführer bei Etribes […] Kurzer Hintergrund - vor fünfeinhalb Jahren habe ich die Agentur Netshops gegründet. Eine reine E-Commerce Agentur mit Fokus auf Technologie anfangs, dann immer stärker im UX und Beratungsbereich und jetzt vor 4 Wochen, am 01. Juli, sind wir fusioniert mit unserem Schwesterunternehmen Etribes Connect. Etribes hat sich auch vor ähnlich vielen Jahre ausgegründet aus dem Kollegen Netzwerk Alex Graf, Nils Seebach und Tarek Müller. Etribes hat sich sehr stark im digitalen Beratungsbereich positioniert. Vor allem war deren Nachfrage auf Kundenseite immer: „Könnt Ihr, nachdem Ihr so schlaue Dinge in der Strategieberatung erzählt habt, nicht auch Plattformen bauen, UX Analyse machen, nach hinten raus delivern?“ Und bei Netshops war die gleiche Fragestellung in die andere Richtung: „Wenn Ihr schon wisst, wie das aus der Praxis funktioniert, könnt Ihr nicht das Praxiswissen in ganz früher Phase auch auf Strategieebene einfließen lassen?“ Und so haben wir uns vor ein paar Wochen in die Augen geschaut und gefragt, ob wir das ganz lange noch so weiter machen wollen oder wir machen das gemeinsam. Und dann ging es alles eigentlich ganz schnell.

Spryker: Euer Entschluss zu fusionieren scheint eine kluge Entscheidung zu sein. Zwei Digitalspezialisten – der eine aus dem Agenturbereich, der andere aus dem Beratungsbereich – schließen sich zusammen. Welche strategischen Ziele verfolg Ihr genau?

Stefan Luther: Also das Oberziel ist eigentlich ganz allgemein gefasst: Wir wollen Deutschland digitalisieren […] Wir haben in den letzten fünf, sechs Jahren so viel Wissen generiert, das wir in die neue Konstellation einfließen lassen wollen. Und ich glaube das, was uns besonders macht ist, dass wir weder eine klassische Strategieberatung noch klassische Agentur sind, weil wir festgestellt haben, dass die klassische Strategieberatung nach der PowerPoint Präsentation eigentlich aufhört ihre Arbeit zu machen und den Kunden dann alleine lässt. Und die Agentur wiederum den Kunden nie alleine lässt, sondern Abhängigkeiten aufbaut, aufpasst mit Wissentransfer, usw. Das sehen wir komplett anders. Also wir pitchen ganz klar den Inhousing-Prozess, wir wollen das Wissen auf Kundenseite aufbauen, wir glauben daran, dass nur ein Kunde, der selber agil arbeiten kann, Technologie Inhouse hat, das ganze Business verstanden hat, erfolgreich arbeiten kann. Und aus dem Grund ist eigentlich alles darauf abgestimmt, dass wir Unternehmen enablen einen richtig guten Job zu machen. Und wir suchen gerade eigentlich noch nach dem richtigen Begriff, wie man nicht mehr Agentur oder nicht mehr Beratung heißt. Aber da ist uns bisher leider noch keiner eingefallen.

Spryker: Gibt es denn weitere Services über das Thema Beratung und Eure Agenturleistung hinaus, die Ihr durch die Fusion anbieten könnt. Also eine Erweiterung Eurer bisherigen Kernleistungen?

Stefan Luther: Ich beschreibe das mal aus Netshops-Sicht, wo wir viel UX-Analyse, Markenshops, viel Technologie gemacht haben. Jetzt kommt einerseits Strategieberatung dazu. Also es geht in allerlei Richtung wie Digitalstrategien, E-Commerce Strategien, wie gehe ich um mit Plattformen. Für Online-Sortiments-Strategien haben wir gerade einen Kunden gewonnen, bei dem wir ein großes Unternehmen in diesem Bereich begleiten. Das sind alles sehr spannende Projekte, in die wir unser Wissen aus den letzten Jahren ad hoc einfließen lassen können. Wir haben andererseits jetzt gleichzeitig durch Etribes ein sehr großes Amazon-Wissen in unserem Team. Also Kollegen, die viele Jahre auf Corporate-Seite Amazon Business aufgebaut haben. (…) Und mit Etribes haben wir einen sehr viel stärkeren B2B-Fokus als Netshops ihn hatte. Mit Netshops haben wir viele Consumer Brands aufgebaut, wie Vitra, wir haben viel für Die Zeit gemacht. Und jetzt haben wir Kollegen die für Würth aktiv waren oder auf Bosch-Seite gearbeitet haben. Die aus diesem Grund auch an unserem kleinen Standort in Stuttgart viel stärker in den B2B-Bereich reingehen.

Spryker: B2B - Das passt ganz gut zu meiner nächsten Frage, wie Spryker als Technologie-Plattform in Euer Business passt und zu Euren Services?

Stefan Luther: Hervorrangend. Ich kenn ja Spryker von der Gründung an. Was uns eint, ist glaube ich der Ansatz des agilen Mindsets. Also gar nicht zu sagen, beste Technologie der Welt, man kann die coolsten Plattformen damit bauen, sondern den Inhouse-Prozess zu begleiten, die Corporates zu enabeln einen guten Job zu machen, dafür schnell zu sein, das Thema Kundenzugang zu verstehen und vor allem Projekte durch zu managen und noch viel wichtiger – eine große Kernleistung von uns als neues Etribes – Operative Models zu bauen. Mit den Unternehmen herauszufinden, wen brauche ich denn eigentlich, wie müssen diese Menschen zusammenarbeiten, wie organisieren wir uns, damit wir das auch alles tun können. Und dieser agile Ansatz, das Baukasten-Prinzip, E-Commerce neu denken, das sind alles Spryker-Thesen, wie ich Spryker kennengelernt habe und aus diesem Grund ist das für uns Best-Fit.

Spryker: Meine Frage zielte auch auf Eure Zielkunden ab. Das Thema industrieunabhängig zu sein, die vielen Anfragen aus dem Bereich B2B, die uns erreichen, da die Anforderungen in diesem Bereich hochflexibel sind.

Stefan Luther: Das sind auch Dinge, die wir in neuen Strategieprojekten angehen. Im Hinterkopf fühlen wir uns total wohl, weil wir wissen, dass wir das mit Spryker hinkriegen, dass wir nach vorne neue Businesses, neue Geschäftsmodelle aufbauen oder Geschäftsmodelle optimieren, die schon vorhanden sind. Und gerade die technologische Flexibilität reizt uns. […]

Spryker: Um nochmal auf die Fusion zurückzukommen. Gibt es in der aktuellen Konstellation Zielkunden und Anwendungsfälle, die Ihr neu bedienen könnt?

Stefan Luther: Wir werden unsere Technologien weiterführen, die wir aktuell im Einsatz haben. Weil wir mit Etribes im Gesamtkonstrukt jetzt viel stärker in der Rolle sind, nicht nur technologisch zu delivern, sondern auch Projekt Set-ups aufzubauen. Aber ganz klar ist der B2B-Fokus, der CRM-, der PIM-Fokus, weil wir ja aus dem Bereich kommen, sehr gute Marken-Shops zu bauen, sehr viel Storytelling reinzubringen, sehr B2C lastige E-Commerce Modelle zu liefern. Alles was aber ein bisschen aus der Norm herausbricht ist ein Projekt, wo ich schon sehr früh zu Euch komme, um zu schauen, ob da nicht etwas ist, was wir gemeinsam auf die Straße bringen können.

Spryker: Sehr spannend. Kannst Du auch etwas zum Feedback sagen, das Ihr bekommen habt, seit die Fusion bekannt gegeben wurde?

Stefan Luther: Friends and Family sind natürlich total begeistert, die uns von beiden Seiten kennen und klopfen uns auf die Schulter und sagen Good Move. Ich glaube wir selber müssen aufpassen, dass wir nicht sagen 360 Grad Full-Service, weil wir sind immer noch sehr spitz auf Digitalisierung ausgerichtet, haben immer noch sehr starken E-Commerce Fokus, eben gerade weil nach Hinten raus die Netshops immer noch sehr stark im UX-Bereich unterwegs ist. Aber die ersten Pitches die wir zusammen durchgeführt haben funktionieren hervorrangend. Weil wir eben sehr authentisch sagen können, dass wir von dem sehr breiten Prozess wirklich Ahnung haben und in allen Bereichen sehr gute Referenzen aus den vergangenen Jahren haben. Aus dem Grund öffnet es uns gerade Tür und Tor. Wir genießen die Zeit jetzt und kommen zu sehr viel neuen Projekten, wo wir dann aber auch delivern müssen. […]

Spryker: Im Mai 2017 hat Alexander Graf Dich in einem Interview seines Blogs Kassenzone gefragt: Wo steht ihr in drei Jahren? Deine Antwort war: "Ich glaube, dass wir dann immer noch dasselbe machen wie jetzt, aber noch nicht wissen, für welche technischen Geräte. Und dass wir uns neben UX-Design weiter Richtung Beratung entwickeln.“ Seid ihr mit der Fusion auf genau diesem Weg dahin?

Stefan Luther: Ja, absolut. Das spannende ist ja, dass ich zur Zeit des Interviews nicht gedacht hätte, dass wir fusionieren, sondern dass wir uns Standalone dahin entwickeln. Haben wir auch gemacht. Wir haben danach sehr viel mehr Beratungsprojekte gemacht und sind jetzt katapultartig zwei Jahre nach vorne gesprungen. Die Grundthese behalte ich aber bei. Wir wissen, wie Menschen im E-Commerce kaufen, wir wissen wie breit der UX-Gedanke ist; etwa „Wo kommt der Traffic her, warum retournieren die Menschen überhaupt und wie kriegt man sie gut ins Loyality-Programm?“ Diese ganze Bandbreite, von der verstehen wir was. Wir sehen natürlich eine Explosion der ganzen Touchpoints, müssen dann überlegen, wie baut man coole Services auf die Devices, die da vorhanden sind. Also nach wie vor genau das gleiche. Daher freue ich mich an die Erinnerung, dass das kein Quatsch war, den ich da vor einem Jahr erzählt habe. Sondern dass das eigentlich genau in die Richtung gegangen ist, wo wir jetzt gerade auch stehen.

 

Spryker: Für Euer neue Etribes wünsch ich Euch natürlich ganz viel Erfolg!